Sportplatz mit Laufbahn unter LED-Flutlicht, Luftaufnahme
Ratgeber · Bestandsmasten

LED-Umrüstung auf Bestandsmasten: Gewicht, Windlast, Statik

Bestandsmasten lassen sich oft weiter nutzen, aber nur nach einer Prüfung. LED-Strahler können schwerer sein als die alten Leuchten, statische Unterlagen fehlen meist. Der Flutlicht-Ratgeber der Fußballverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hält deshalb in der Regel eine Tragwerksprüfung für erforderlich.

Von Leon Weber, Key Account Manager Sport · Stand:

Warum die Statik bei der Umrüstung zählt

LED ist nicht automatisch leichter. Laut Verbandsratgeber können die neuen Fluter mehr wiegen als die alten, sodass auch die bisherigen Traversen nicht mehr nutzbar sein können.

Entscheidend ist die Gesamtlast am Mast: Anzahl der Strahler, Gewicht, Fläche im Wind und die Traverse. Weniger Strahler können die Last senken. Die Stadt Münster hat beispielsweise rund 350 alte Halogenmetalldampf-Lampen durch 225 LED-Strahler ersetzt.

Gewicht der Strahler

Das Gewicht der neuen Strahler steht im Datenblatt. Für den Vergleich braucht es zusätzlich das Gewicht der alten Leuchten und der Traverse.

  • STL963 (4 Module): 20 kg
  • STL1443 (6 Module): 27,5 kg
  • STL1500: 28 kg mit Treiber, 22 kg ohne

Wind und Eis

Der Wind greift an Strahlern, Traversen und Mast an. Wie stark, hängt auch vom Standort ab: Deutschland ist nach DIN EN 1991-1-4 in Windzonen eingeteilt, die Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen veröffentlicht das Deutsche Institut für Bautechnik.

Der Verbandsratgeber nennt außerdem den Eisansatz: Für die Berechnung sind 3 cm an allen Teilen anzusetzen, die der Witterung ausgesetzt sind. In Mittelgebirgen wie Erzgebirge, Harz und Thüringer Wald kann es deutlich mehr sein.

So wird ein Mast geprüft

Bei einem Mast-Prüfverfahren wird der Mast in vier Richtungen belastet. So zeigt sich, ob er die Kräfte elastisch aufnimmt oder ob Material- oder Gründungsfehler vorliegen. Holzmasten werden laut Verbandsratgeber bis 60 cm Tiefe freigelegt und abgeklopft.

Der Zustand hängt vom Material ab. Der Verbandsratgeber nennt aus Prüfungen diese Anteile ohne Befund:

  • Beton: 93 %
  • Stahl: 88 %
  • Holz: 62 %

Die übliche Prüffrist liegt laut Verbandsratgeber bei 6 Jahren, solange der Mast nicht verändert oder beschädigt wurde. Schall- und Ballfanganlagen, die nachträglich an den Mast geschraubt oder geschweißt wurden, nennt er eine unzulässige Veränderung, die zu Mastumbrüchen führen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis: Landsberg am Lech

Die Stadt Landsberg am Lech hat ihre Flutlichtanlage von 1976 auf LED umgerüstet und vorab alle 11 Masten auf Statik und Lebensdauer prüfen lassen. Das Ergebnis: Die Anlage kann über rund 15 weitere Jahre betrieben werden, ein Mast musste kurzfristig erneuert werden. Dessen Fundament blieb erhalten und wurde als Köcherfundament weiter genutzt.

Der Weitergebrauch hatte dort auch einen praktischen Grund: Ein Masttausch hätte die frisch sanierten Sportflächen beschädigt. Die Zahl der Lichtköpfe sank von 18 auf 14.

Tragfähig heißt noch nicht passend

Auch ein standsicherer Mast kann zu niedrig sein. Laut Verbandsratgeber sind Bestandsmasten oft nur 8 bis 12 m hoch, was Blendung und Schatten begünstigt. Er empfiehlt 16 m für Training und 18 bis 20 m für Wettkampfanlagen. Ob die vorhandene Höhe reicht, zeigt die Lichtberechnung mit den Daten des neuen Strahlers.

Wer ist verantwortlich?

Für die Verkehrssicherheit ist verantwortlich, wem die Masten gehören. Laut dem im Verbandsratgeber zitierten Fachanwalt bleibt eine Kommune auch dann in der Pflicht, wenn der Nutzungsvertrag dem Verein die Masten überträgt. Bei Erbpacht und vom Verein errichteten Masten ist es der Verein. Klären Sie die Zuständigkeit vor der Beauftragung, im Zweifel juristisch.

Für Angaben aus der Ferne, etwa Masthöhe, Zustand und Unterlagen, ist der Anfragende verantwortlich. Die Statik prüfen wir nur bei einem Vor-Ort-Termin.

Wir liefern Maße, Gewichte und die Lichtberechnung für Ihre Masten. Den Standsicherheitsnachweis erstellt ein Tragwerksplaner oder ein Prüfunternehmen.

Strahler für die Umrüstung

Häufige Fragen

Können alte Flutlichtmasten weiter genutzt werden?

Oft ja, wenn die Prüfung die Standsicherheit bestätigt und die Höhe für die Lichtberechnung reicht. Die Traverse muss ebenfalls passen.

Sind LED-Strahler leichter als alte HQI-Strahler?

Nicht unbedingt. Der Verbandsratgeber weist darauf hin, dass LED-Fluter mehr wiegen können. Verglichen wird die Gesamtlast am Mast, nicht der einzelne Strahler.

Wie oft muss ein Flutlichtmast geprüft werden?

Der Flutlicht-Ratgeber der Fußballverbände nennt alle 6 Jahre, wenn der Mast weder verändert noch beschädigt wurde. Die elektrische Anlage ist laut Verbandsratgeber spätestens alle 4 Jahre durch eine Elektrofachkraft zu prüfen.

Was passiert, wenn keine Statik mehr vorliegt?

Das ist laut Verbandsratgeber der Regelfall. Dann ist eine Tragwerksprüfung für die Standsicherheit erforderlich.

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