
Lichtanforderungen für Leichtathletik nach Niveau
Die DIN EN 12193 nennt für Leichtathletik 100 lx für Training (Klasse III), 200 lx für regionale Wettkämpfe (Klasse II) und 500 lx für nationale und internationale Wettkämpfe (Klasse I). Für Fernsehübertragungen setzt World Athletics mindestens 1.000 lx vertikal zur festen Kamera an. Der DLV verlangt für die Deutschen Meisterschaften Flutlicht mit mindestens 1.000 Lux.
Von Leon Weber, Key Account Manager Sport · Stand:
Übersicht nach Niveau
Die Norm ordnet Beleuchtungsklassen nach Wettbewerbsniveau zu: international Klasse I, regional Klasse I oder II, lokal Klasse I, II oder III, Training Klasse II oder III, Schul- und Freizeitsport Klasse III. World Athletics und DLV machen eigene Vorgaben.
| Liga / Niveau | Beleuchtungsklasse / Vorgabe | Anforderung |
|---|---|---|
| Training, Schul- und Freizeitsport | III | 100 lx, U 0,5, GR ≤ 55 |
| Freizeit und Training | World Athletics | 75 lx, U 0,5, GR ≤ 50 |
| Regionale und lokale Wettkämpfe | II | 200 lx, U 0,5, GR ≤ 55 |
| Vereinswettkämpfe | World Athletics | 200 lx, U 0,6, GR ≤ 50 |
| Nationale und internationale Wettkämpfe | I / World Athletics | 500 lx, U 0,7, GR ≤ 50 |
| Deutsche Meisterschaften | DLV | Flutlicht mit mindestens 1.000 Lux |
| Fernsehen, national und international | World Athletics | 1.000 lx vertikal zur festen Kamera, U 0,6, Ra ab 80 |
| Fernsehen, Weltmeisterschaften und Olympia | World Athletics | 1.400 lx vertikal zur festen Kamera, 1.800 lx zur Zeitlupe, 2.000 lx zum Zielfoto, Ra ab 90 |
| Zielfeld der Laufbahnen | zusätzlich | 1.000 lx vertikal |
lx = mittlere horizontale Beleuchtungsstärke (außer Ecam), U = Gleichmäßigkeit (Emin/Em), GR = Blendungsbewertung. Mindestwerte nach DIN EN 12193, sofern nicht anders angegeben.
Was bedeuten die Werte?
Lux sagt, wie viel Licht auf dem Spielfeld ankommt. Die Gleichmäßigkeit zeigt, wie gleichmäßig es verteilt ist, der Blendwert, wie stark die Strahler blenden.
MehrWeniger
Beleuchtungsstärke (lx): Wie viel Licht auf eine Fläche fällt. 1 lx entspricht 1 Lumen je Quadratmeter. Für Sportstätten wird meist die mittlere horizontale Beleuchtungsstärke auf dem Spielfeld angegeben.
Gleichmäßigkeit (U): Kleinste geteilt durch mittlere Beleuchtungsstärke. Je näher der Wert an 1 liegt, desto gleichmäßiger ist das Licht.
Blendwert (GR): Bewertet bei Anlagen im Freien, wie stark die Strahler blenden, auf einer Skala von 10 (keine Blendung) bis 90 (unerträgliche Blendung).
Flutlicht für Training und Freizeitsport
Die DIN EN 12193 sieht für Training Klasse II oder III vor, für Schul- und Freizeitsport Klasse III. In Klasse III sind das 100 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,5.
World Athletics nennt für Freizeit und Training 75 lx bei 0,5. Wird nur die Laufbahn genutzt und das Licht im Innenraum bleibt aus, soll die Gleichmäßigkeit mindestens 0,25 betragen.
Flutlicht für regionale und Vereinswettkämpfe
Für regionale Wettkämpfe lässt die Norm Klasse I oder II zu, für lokale auch Klasse III. In Klasse II sind das 200 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,5 und einem Blendwert bis GR 55.
World Athletics setzt für Vereinswettkämpfe ebenfalls 200 lx an, aber mit einer Gleichmäßigkeit von 0,6, Blendwert bis 50, Farbwiedergabe Ra ab 65 und einer Farbtemperatur über 4.000 K.
Flutlicht für nationale und internationale Wettkämpfe
Norm und World Athletics stimmen hier überein: 500 lx bei einer Gleichmäßigkeit von 0,7 und einem Blendwert bis 50. World Athletics nennt außerdem Ra ab 80 und eine Farbtemperatur über 4.000 K.
Die Werte von World Athletics sind Wartungswerte. Der Neuwert liegt deshalb um den Faktor 1,25 höher.
Flutlicht für Deutsche Meisterschaften
Der DLV verlangt im Anforderungsprofil für die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen Flutlicht mit mindestens 1.000 Lux. Außerdem nennt er eine Zertifizierung des Wettkampfbereichs mindestens nach World Athletics Class 2.
Für Deutsche Meisterschaften im Nachwuchs, im Mehrkampf und für die Team-DM fordert der DLV Flutlicht ohne Luxwert. Fragen Sie im Bewerbungsverfahren nach, was im Einzelfall gilt.
Flutlicht für Fernsehübertragungen
Bei nationalen und internationalen Wettkämpfen setzt World Athletics mindestens 1.000 lx vertikal zur festen Kamera an, bei einer Gleichmäßigkeit von 0,6 und Ra ab 80. Die Farbtemperatur liegt im Fernsehbetrieb zwischen 4.000 und 6.500 K.
Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sind es 1.400 lx zur festen Kamera, 1.800 lx zur Zeitlupenkamera, 1.000 lx zur mobilen Kamera und 2.000 lx zur Zielfotokamera, mit Ra ab 90 und über 5.500 K. Das vertikale Licht soll zum horizontalen passen: Das Verhältnis liegt zwischen 0,5 und 2.
Zielfeld der Laufbahnen
Im Zielfeld ist laut licht.wissen eine vertikale Beleuchtungsstärke von 1.000 lx erforderlich, damit Kampfrichter sicher urteilen können und das Zielfoto aussagefähig ist.
Wurf- und Sprunganlagen
World Athletics und UK Athletics führen Wurf und Sprung nicht mit eigenen Luxwerten. Der britische Verband UK Athletics verlangt für seine Zertifizierung dieselben Werte auf Laufbahn und technischen Anlagen.
Bei hohen Geräten und Sprüngen zählt der ganze Raum: Diskus, Speer und Hammer können über die Lichtebene hinausfliegen und zeitweise unsichtbar werden. Beim Stabhochsprung dürfen in der Hauptblickrichtung keine Leuchten sitzen. Für Fernsehen rechnet World Athletics das vertikale Licht bei Bedarf auf Höhe der Athleten: rund 2,5 m im Hochsprung und rund 6 m im Stabhochsprung.
Masten rund um die Laufbahn
World Athletics und UK Athletics verlangen mindestens 4 m Abstand der Masten zum Rand der Laufbahn. Für den Mast nennt World Athletics als erste Schätzung einen Winkel von mindestens 25° von der Feldmitte zur Strahlermitte, und kein Strahler soll weiter als 70° aus der Senkrechten geneigt sein.
Umgibt die Laufbahn ein Spielfeld, genügen laut licht.wissen in der Regel sechs Masten, aber mit mehr und stärkeren Strahlern.
Häufige Fragen
Wie viel Lux braucht eine Leichtathletikanlage im Training?
Nach DIN EN 12193 mindestens 100 lx in Klasse III bei einer Gleichmäßigkeit von 0,5. World Athletics nennt für Freizeit und Training 75 lx.
Wie viel Lux braucht eine Deutsche Meisterschaft?
Der DLV verlangt im Anforderungsprofil für die Deutsche Meisterschaft der Männer und Frauen Flutlicht mit mindestens 1.000 Lux. Für die Meisterschaften im Nachwuchs, im Mehrkampf und für die Team-DM fordert er Flutlicht ohne Luxwert.
Wie viel Licht braucht Leichtathletik im Fernsehen?
World Athletics setzt für nationale und internationale Wettkämpfe mindestens 1.000 lx vertikal zur festen Kamera an, für Weltmeisterschaften und Olympische Spiele 1.400 lx.
Brauchen Wurf- und Sprunganlagen eigene Luxwerte?
World Athletics und UK Athletics führen dafür keine eigenen Werte. Wichtig ist, dass auch der Raum über der Anlage ausgeleuchtet ist, denn Geräte fliegen hoch und Stabhochspringer erreichen rund 6 m.
Quellen
- DIN EN 12193 laut licht.wissen 08, S. 21
- World Athletics, Facilities Manual 2008, Tabelle 5.1.3.1
- DIN EN 12193 laut licht.wissen 08, S. 21; World Athletics, Tabelle 5.1.3.1
- DLV, Anforderungsprofil DM M/F, Stand 01.09.2026
- World Athletics, Facilities Manual 2008, Tabelle 5.1.3.2
- licht.wissen 08, S. 21
- DLV: Anforderungsprofil DM Nachwuchs, Stand 14.04.2026
- DLV: Anforderungsprofil DM Mehrkampf, Stand 14.04.2026
- DLV: Anforderungsprofil Team-DM, Stand 15.04.2026
- UK Athletics: TrackMark Unit 5, Sports Lighting
- Sport England: Artificial Sports Lighting, Design Guidance Note 2012, S. 34 f.
- Fußballverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Beleuchtung von Fußball-Spielfeldern (2019), S. 12
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