Glossar Sportstättenbeleuchtung

Die wichtigsten Begriffe rund um Flutlicht und Hallenbeleuchtung, kurz erklärt. Von A wie Abstrahlwinkel bis W wie Windzone.

A

Abstrahlwinkel

Der Winkel, in dem ein Strahler sein Licht abgibt, meist angegeben als Halbwertsbreite: der Bereich, in dem die Lichtstärke mindestens die Hälfte des Höchstwerts erreicht. Enge Optiken (z. B. 20°) bringen Licht weit, breite Optiken (z. B. 40°) leuchten nahe Flächen aus.

Siehe auch: Lichtstärkeverteilung · Optik (symmetrisch, asymmetrisch)

B

Ballwurfsicherheit

Ballwurfsichere Leuchten halten Ballwürfe aus, ohne beschädigt zu werden oder Teile zu verlieren. Geprüft wird das nach DIN 18032-⁠3.

Beleuchtungsklasse

Die DIN EN 12193 teilt die Beleuchtung von Sportstätten in drei Klassen. Klasse I gilt für Wettkämpfe auf hohem Niveau (national und international), Klasse II für Wettkämpfe auf mittlerem Niveau (regional und lokal), Klasse III für einfache Wettkämpfe, Training, Schul- und Freizeitsport. Je Sportart und Klasse legt die Norm Mindestwerte fest.

Siehe auch: DIN EN 12193 · Beleuchtungsstärke (Lux) · Gleichmäßigkeit (U0)

Beleuchtungsstärke (Lux)

Wie viel Licht auf eine Fläche fällt, gemessen in Lux (lx). 1 lx entspricht 1 Lumen je Quadratmeter. Für Sportstätten wird meist die mittlere horizontale Beleuchtungsstärke auf dem Spielfeld angegeben (Em oder Eav).

Siehe auch: Horizontale Beleuchtungsstärke (Eh) · Vertikale Beleuchtungsstärke (Ev) · Lichtstrom (Lumen)

Bestandsmast

Ein vorhandener Flutlichtmast, der bei einer Umrüstung weiter genutzt werden soll. Vorab sind Standsicherheit, Höhe und Standort zu prüfen.

Siehe auch: Standsicherheit · Lichtpunkthöhe

Blendmaß (k)

Beschreibt nach den LAI-Hinweisen die psychologische Blendwirkung einer Lichtquelle aus ihrer Leuchtdichte, der Umgebungsleuchtdichte und dem Raumwinkel. Der Wert wird mit Richtwerten je Gebietsart und Uhrzeit verglichen.

Siehe auch: Immissionsort · Leuchtdichte

Blendung (GR, Glare Rating)

Bewertet, wie stark Strahler Spieler und Zuschauer blenden. Das Verfahren stammt von der Internationalen Beleuchtungskommission CIE. Die Skala reicht von 10 (keine Blendung) bis 90 (unerträgliche Blendung). Für Fußball nennt die DIN EN 12193 höchstens GR 50 in den Klassen I und II und GR 55 in Klasse III.

Siehe auch: Beleuchtungsklasse · UGR (Unified Glare Rating)

D

Dimmen (0⁠–⁠10 V, DALI)

LED-Strahler lassen sich stufenlos herunterregeln, zum Beispiel für Training statt Wettkampf. Übliche Schnittstellen sind 0⁠–⁠10 V und DALI. Die Strahler der Serie 12 sind laut Datenblatt über 0⁠–⁠10 V dimmbar.

DIN EN 12193

Die europäische Norm „Licht und Beleuchtung – Sportstättenbeleuchtung“. Sie legt Mindestanforderungen an Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit, Blendungsbegrenzung und Farbeigenschaften für viele Sportarten fest, getrennt nach Beleuchtungsklassen. Die aktuelle deutsche Fassung ist DIN EN 12193:2019-07.

Siehe auch: Beleuchtungsklasse

E

Ecam

Die Beleuchtungsstärke in Richtung der Fernsehkamera, also eine vertikale Beleuchtungsstärke. Die DFL legt ihre Mindestwerte für Bundesliga und 2. Bundesliga als Ecam fest.

Siehe auch: Vertikale Beleuchtungsstärke (Ev)

EULUMDAT / LDT

Ein Dateiformat (Endung .ldt) für die Lichtstärkeverteilung einer Leuchte. Lichtplanungsprogramme wie DIALux oder Relux rechnen damit die Beleuchtung einer Anlage. Eine seriöse Lichtberechnung braucht die LDT des tatsächlich geplanten Strahlers.

Siehe auch: Lichtstärkeverteilung

F

Farbtemperatur (Kelvin)

Beschreibt die Lichtfarbe in Kelvin (K). 3000 K wirkt warmweiß, 4000 K neutralweiß, 5000 K kühler und tageslichtähnlicher. Alle unsere Produkte gibt es in 3000, 4000 und 5000 K.

Siehe auch: Farbwiedergabe (Ra, CRI)

Farbwiedergabe (Ra, CRI)

Wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle wirken, angegeben als Farbwiedergabeindex Ra (englisch CRI) bis höchstens 100. Mit der Fassung 2018 der EN 12193 wurde der Mindestwert für Sportstätten auf über 60 angehoben.

Siehe auch: Farbtemperatur (Kelvin)

Flimmerfaktor

Gibt in Prozent an, wie stark die Helligkeit auf einer Ebene während eines vollständigen Zyklus schwankt. UEFA und FIH nennen dafür Höchstwerte für Fernsehübertragungen.

Siehe auch: Flimmern

Flimmern

Schnelle Helligkeitsschwankungen, die das Auge kaum sieht, die aber bei Zeitlupen- und Fernsehaufnahmen sichtbar werden. Für übertragene Spiele ist flimmerarmes Licht deshalb wichtig.

Siehe auch: Ecam · Flimmerfaktor

Fluter

Leistungsstarker Scheinwerfer für Anwendungen im Freien, der flutendes Licht verteilt, zum Beispiel auf Stadien und Sportplätzen.

Siehe auch: Optik (symmetrisch, asymmetrisch) · Planflächenstrahler

G

Gleichmäßigkeit (U0)

Wie gleichmäßig das Licht auf dem Spielfeld verteilt ist. In der DIN EN 12193 als U0 = Emin/Em, also kleinste durch mittlere Beleuchtungsstärke. Je näher an 1, desto gleichmäßiger. UEFA-Vorgaben verwenden zusätzlich U1 und U2.

Siehe auch: Beleuchtungsstärke (Lux)

H

Halogenmetalldampflampe (HQI)

Hochdruck-Entladungslampe, die als Weiterentwicklung der Quecksilberdampf-Hochdrucklampe Halogenverbindungen verschiedener Metalle enthält. Sie wird unter anderem in der Stadionbeleuchtung eingesetzt, in Flutlichtanlagen oft kurz HQI genannt.

Siehe auch: Natriumdampflampe · Vorschaltgerät (EVG, KVG)

Horizontale Beleuchtungsstärke (Eh)

Licht, das auf eine waagerechte Fläche fällt, abgekürzt Eh. Die Werte der DIN EN 12193 für Fußball, Tennis und Hockey im Freien sind mittlere horizontale Beleuchtungsstärken.

Siehe auch: Beleuchtungsstärke (Lux) · Vertikale Beleuchtungsstärke (Ev)

I

Immissionsort

Der Ort, an dem Licht auf Betroffene einwirkt, etwa das Fenster einer Wohnung oder ein Balkon. Dort werden Raumaufhellung und Blendung nach den Hinweisen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) beurteilt.

Siehe auch: Lichtimmission · Raumaufhellung · Blendmaß (k)

L

Lebensdauer (L80B10, L90B10)

Gibt an, nach wie vielen Betriebsstunden eine LED noch einen bestimmten Anteil ihres Lichtstroms liefert. L80B10 bei 100.000 Stunden heißt: Nach 100.000 Stunden liefern höchstens 10 % der Leuchten weniger als 80 % des ursprünglichen Lichtstroms.

Siehe auch: Wartungsfaktor

Leuchtdichte

Bestimmt den Helligkeitseindruck einer Fläche und wird in Candela je Quadratmeter (cd/m²) gemessen.

Siehe auch: Beleuchtungsstärke (Lux) · Blendmaß (k)

Lichtausbeute (lm/W)

Wie viel Licht ein Strahler je Watt erzeugt, in Lumen je Watt. Je höher, desto effizienter. Wichtig ist, ob sich der Wert auf die LED oder auf die ganze Leuchte bezieht.

Siehe auch: Lichtstrom (Lumen)

Lichtimmission

Licht, das über die Sportanlage hinaus in die Umgebung fällt, etwa auf Wohnhäuser, Straßen oder Naturflächen. Gute Planung begrenzt Lichtimmissionen durch Mastposition, Neigung, Optik und Blendschirme.

Siehe auch: ULR (Upward Light Ratio) · Immissionsort · Raumaufhellung

Lichtpunkthöhe

Die Höhe, in der die Strahler montiert sind. Zu niedrige Masten blenden und leuchten ungleichmäßig aus. Für Fußball empfiehlt der Ratgeber der Fußballverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 16 m für Training und 18 bis 20 m für Wettkampfanlagen.

Lichtstrom (Lumen)

Die gesamte Lichtmenge, die ein Strahler abgibt, in Lumen (lm). Zusammen mit der Lichtstärkeverteilung ergibt sich daraus die Beleuchtungsstärke auf dem Platz.

Siehe auch: Beleuchtungsstärke (Lux) · Lichtausbeute (lm/W)

Lichtstärkeverteilung

Beschreibt, wie viel Licht ein Strahler in welche Richtung abgibt, meist in Candela je 1000 Lumen (cd/klm). Sie steht in der LDT-Datei und bestimmt, wie gleichmäßig eine Anlage ausleuchtet.

Siehe auch: EULUMDAT / LDT · Abstrahlwinkel

M

Messprotokoll

Hält die gemessenen Werte einer fertigen Anlage fest. Der Ratgeber der Fußballverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nennt eine Messung an einem Raster nach DIN EN 12193 mit Mittel-, Kleinst- und Größtwert, Gleichmäßigkeit, Blendung und Gesamtleistung.

Siehe auch: DIN EN 12193 · Gleichmäßigkeit (U0)

N

Natriumdampflampe

Entladungslampe, die es als Hochdruck- und als Niederdrucklampe gibt. Hochdrucklampen haben laut licht.de eine hohe Lichtausbeute, die gängigen Varianten aber nur einen Farbwiedergabeindex von Ra 60 oder weniger.

Siehe auch: Halogenmetalldampflampe (HQI) · Farbwiedergabe (Ra, CRI)

Neuwert

Die Beleuchtungsstärke einer neuen Anlage, auch Anfangswert genannt. Sie liegt in der Regel über dem Wartungswert, denn es gilt: Wartungswert = Wartungsfaktor × Neuwert.

Siehe auch: Wartungswert · Wartungsfaktor

O

Optik (symmetrisch, asymmetrisch)

Linsen oder Reflektoren, die das Licht lenken. Symmetrische Optiken strahlen gleichmäßig um die Achse ab, asymmetrische lenken das Licht gezielt nach vorn und begrenzen so Blendung und Streulicht.

Siehe auch: Abstrahlwinkel · Planflächenstrahler

P

Planflächenstrahler

Asymmetrischer Scheinwerfer, dessen Lichtaustrittsfläche parallel zum Spielfeld ausgerichtet ist. So gibt er weniger Streulicht ab und schützt die Umgebung vor Lichtimmissionen.

Siehe auch: Optik (symmetrisch, asymmetrisch) · Lichtimmission

PPA und TPA

Principal Playing Area (Hauptspielfläche) und Total Playing Area (Gesamtspielfläche inklusive Auslauf). Für beide Flächen können unterschiedliche Anforderungen gelten.

R

Raumaufhellung

Aufhellung von Wohnbereichen durch eine Beleuchtungsanlage in der Nachbarschaft. Die LAI-Hinweise beschreiben sie als mittlere Beleuchtungsstärke in der Fensterebene.

Siehe auch: Immissionsort · Lichtimmission

S

Schutzart IP66 / IK10

IP66 bedeutet staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser. IK10 ist die höchste Stufe der Stoßfestigkeit. Die Strahler der Serie 12 erfüllen laut Datenblatt IP66 und IK10.

Standsicherheit

Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen standsicher sein, so § 12 der Musterbauordnung. Bei Flutlichtmasten zählen dazu die Lasten aus Strahlern und Traversen sowie Wind und Eis.

Siehe auch: Bestandsmast · Traverse · Windzone

T

Traverse

Querträger am Mast, an dem die Strahler sitzen. Bei einer Umrüstung zählt sie zur Last am Mast und muss die neuen Strahler tragen können.

Siehe auch: Standsicherheit · Bestandsmast

U

UGR (Unified Glare Rating)

Verfahren der CIE zur Blendungsbewertung in Innenräumen. Es berechnet die Blendung der gesamten Anlage für eine festgelegte Beobachterposition und berücksichtigt auch die Helligkeit von Wänden und Decken.

Siehe auch: Blendung (GR, Glare Rating)

ULR (Upward Light Ratio)

Der Anteil des Lichts, der nach oben in den Himmel abgestrahlt wird. Ein ULR von 0 % heißt: kein Licht geht direkt nach oben.

Siehe auch: Lichtimmission

V

Vertikale Beleuchtungsstärke (Ev)

Licht, das auf eine senkrechte Fläche fällt, zum Beispiel auf Spieler in Richtung Kamera. Für Fernsehübertragungen ist sie oft wichtiger als die horizontale Beleuchtungsstärke.

Siehe auch: Ecam · Horizontale Beleuchtungsstärke (Eh)

Vorschaltgerät (EVG, KVG)

Begrenzt den Strom von Entladungslampen und dient mit Startern auch der Zündung. Es gibt konventionelle (KVG) und elektronische Vorschaltgeräte (EVG), LED werden dagegen von Treibern versorgt.

Siehe auch: Halogenmetalldampflampe (HQI)

W

Wartungsfaktor

Berücksichtigt in der Lichtplanung, dass eine Anlage mit der Zeit an Licht verliert, durch Alterung und Verschmutzung. Die Planung rechnet mit dem Wartungsfaktor, damit die Mindestwerte auch nach Jahren noch erreicht werden.

Siehe auch: Wartungswert · Neuwert · Lebensdauer (L80B10, L90B10)

Wartungswert

Der Wert, den die mittlere Beleuchtungsstärke zu keinem Zeitpunkt unterschreiten darf, unabhängig von Alter und Zustand der Anlage. Die Normwerte der DIN EN 12193 für die mittlere Beleuchtungsstärke sind Wartungswerte.

Siehe auch: Neuwert · Wartungsfaktor

Windzone

Wie stark der Wind an einem Mast angreift, hängt auch vom Standort ab. Deutschland ist nach DIN EN 1991-1-4 in Windzonen eingeteilt, die Zuordnung veröffentlicht das Deutsche Institut für Bautechnik.

Siehe auch: Standsicherheit

Stand: 6. November 2026.

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