Fußballplatz mit Laufbahn unter Flutlicht bei Nacht, Luftaufnahme von oben
Ratgeber · Lichtwerte

Lux, Gleichmäßigkeit, Blendung: so lesen Sie die Werte

Die Beleuchtungsstärke in Lux sagt, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt, die Gleichmäßigkeit, wie eben es verteilt ist. GR bewertet im Freien die Blendung für Personen auf der Spielfläche, der Wartungswert ist die mittlere Beleuchtungsstärke, die nie unterschritten werden darf. Aussagekräftig sind die Zahlen nur zusammen und mit Angabe von Messebene und Wartungsfaktor.

Von Leon Weber, Key Account Manager Sport · Stand:

Beleuchtungsstärke: wie viel Licht ankommt

Ein Lux entspricht einem Lumen, das einen Quadratmeter gleichmäßig ausleuchtet. Für eine Spielfläche wird ein Raster von Bewertungspunkten festgelegt. Aus den Werten an diesen Punkten ergibt sich die mittlere Beleuchtungsstärke.

Wichtig ist die Ebene, auf die sich der Wert bezieht. Die horizontale Beleuchtungsstärke Eh beschreibt das Licht auf der Spielfläche, die vertikale Ev das Licht auf senkrechten Flächen. Ecam zählt in Richtung der Kamera. So verlangt die DFB-Vorgabe für die 3. Liga mindestens 800 lx Ecam im Mittel, die DIN EN 12193 für Fußball in Klasse II dagegen 200 lx horizontal. Beide Zahlen beschreiben verschiedene Ebenen und lassen sich nicht direkt vergleichen.

Gleichmäßigkeit: wie eben das Licht verteilt ist

Ein Wechsel von hellen und dunklen Zonen überfordert die Augen, weil sie sich ständig neu anpassen müssen. Die Gleichmäßigkeit setzt deshalb zwei Beleuchtungsstärken ins Verhältnis. Je näher der Wert an 1 liegt, desto ebener ist das Licht verteilt.

Es gibt zwei gebräuchliche Verhältnisse:

  • Kleinster zu mittlerem Wert, Emin/Em oder U2: auf diesen Wert beziehen sich die Fußballwerte nach DIN EN 12193
  • Kleinster zu größtem Wert, Emin/Emax oder U1: zeigt die gesamte Spanne, die etwa eine Kamera erfasst

Ein Beispiel: Bei einem Mittelwert von genau 200 lx und einer Gleichmäßigkeit Emin/Em von 0,6 darf kein Bewertungspunkt unter 120 lx liegen. Die UEFA weist außerdem darauf hin, dass gemessene Werte oft unter den berechneten liegen, und empfiehlt, in der Planung über dem Mindestwert zu bleiben.

Blendung: was GR aussagt

GR steht für Glare Rating, das Verfahren zur Blendungsbewertung im Freien nach CIE 112. Es setzt die Helligkeit der Sportfläche ins Verhältnis zur Helligkeit der Lichtquellen. Die Skala reicht von 10 für keine Blendung bis 90 für unerträgliche Blendung, ein kleinerer Wert ist also besser. Die Normen nennen Höchstwerte, in der Regel GR 50.

GR lässt sich nur für Personen auf der Spielfläche berechnen. Über die Aufhellung und Blendung bei den Nachbarn sagt der Wert deshalb nichts aus. In Innenräumen gilt das UGR-Verfahren. Es wurde für Büros entwickelt, seine Grenzwerte lassen sich mit Hallen-Reflektorleuchten und Scheinwerfern in hohen Sporthallen nur bedingt einhalten.

Wartungswert: was auch nach Jahren noch stimmen muss

Die Normwerte für die mittlere Beleuchtungsstärke sind Wartungswerte. Sie dürfen nie unterschritten werden, sind sie erreicht, muss gewartet werden. Damit das nicht sofort nach der Inbetriebnahme nötig ist, legt die Planung einen Wartungsfaktor fest, der Alterung, Verschmutzung und Ausfälle berücksichtigt. Planer und Betreiber sollten Wartungsfaktor und Wartungsmethode schon zu Beginn der Planung vereinbaren.

Der Neuwert ergibt sich aus Wartungswert geteilt durch Wartungsfaktor. Für 200 lx sind das bei einem Faktor von 0,7 rund 286 lx, bei 0,9 rund 222 lx. licht.de nennt 0,7 für außen und 0,67 für innen als Referenz, wenn sich kein Faktor bestimmen lässt. Die UEFA setzt für LED-Anlagen in Stadien 0,90 an und rät davon ab, unter normalen Umständen darüber zu gehen. Bei rauem Wetter oder viel Schmutz in der Luft soll der Faktor sinken.

So lesen Sie Lichtberechnung und Messprotokoll

Für Fußball nennt die DIN EN 12193 in Klasse II zum Beispiel 200 lx, Gleichmäßigkeit 0,6 und GR 50. Prüfen Sie bei jeder Berechnung und jedem Protokoll diese Punkte:

  • Ebene und Richtung: horizontal, vertikal oder in Kamerarichtung
  • Mittelwert, Kleinstwert und Größtwert der Beleuchtungsstärke
  • Welches Verhältnis als Gleichmäßigkeit angegeben ist, Emin/Em oder Emin/Emax
  • Höchster GR-Wert der Anlage im Freien
  • Wartungsfaktor und die Frage, ob ein Neuwert oder ein Wartungswert genannt ist
  • Sportart, Beleuchtungsklasse oder Liga, für die gerechnet wurde

Nach der Fertigstellung folgt laut Flutlicht-Ratgeber der Fußballverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Messprotokoll mit Mittelwert, Kleinst- und Größtwert, Gleichmäßigkeit, Blendung und Gesamtleistung, das der Betreiber schriftlich erhält. In der 3. Liga gehört das aktuelle Messprotokoll zum Nachweis gegenüber dem DFB.

Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Wer über die Kommunalrichtlinie fördern lassen will, darf den Wert der Beleuchtungsklasse bei Sportanlagen um höchstens 30 % überschreiten.

Häufige Fragen

Wie viel Lux braucht ein Fußballplatz?

Die DIN EN 12193 nennt für Fußball 75 lx in Klasse III, 200 lx in Klasse II und 500 lx in Klasse I, jeweils als mittlere horizontale Beleuchtungsstärke. Für höhere Ligen gelten eigene Verbandsvorgaben in Kamerarichtung.

Was bedeutet eine Gleichmäßigkeit von 0,6?

Der kleinste Wert auf der Fläche erreicht mindestens 60 % des Mittelwerts, sofern das Verhältnis Emin/Em angegeben ist. Bei 200 lx im Mittel sind das 120 lx.

Ist ein niedriger GR-Wert besser?

Ja. Die Skala reicht von 10 für keine Blendung bis 90 für unerträgliche Blendung. Für Fußball gilt je nach Beleuchtungsklasse höchstens GR 50 oder GR 55.

Was ist der Unterschied zwischen Neuwert und Wartungswert?

Der Neuwert ist die Beleuchtungsstärke der neuen Anlage. Der Wartungswert ist der Wert, der nie unterschritten werden darf. Der Wartungsfaktor verbindet beide: Neuwert mal Wartungsfaktor ergibt den Wartungswert.

Gibt es den GR-Wert auch für Hallen?

Das GR-Verfahren dient der Bewertung im Freien. In Innenräumen wird Direktblendung nach dem UGR-Verfahren bewertet, das für hohe Sporthallen allerdings nur bedingt passt.

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